Was kann ich gegen die grössten Umweltprobleme tun?

Wie lösen wir die größten Umweltprobleme unserer Zeit? Ob Klimawandel, Wasserknappheit oder das Artensterben. Jeder Einzelne von uns hat in seinem Alltag jeden Tag aufs Neue die Chance, den Unterschied zu machen. Sei es durch einen nachhaltigen Alltag oder politisches Engagement. In diesem Artikel erfahren Sie, mit welchen Umweltproblemen wir aus welchen Gründen zu kämpfen haben, wie sie miteinander zusammenhängen und welche Lösungen bereits existieren. Ich möchte Ihnen zudem aufzeigen, welchen Beitrag wir bereits leisten und was Sie selbst machen können.

1. Klimawandel

Toller Kuzzfilm zu Gründen und Folgen des Klimawandels: https://p.dw.com/p/2mL4e

Wer aktuell vom Klimawandel spricht, meint damit die von uns Menschen verursachte globale Erwärmung. Seit den achtziger Jahren ist die Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten von etwa 0,20 Grad Celsius auf fast 1 Grad Celsius angestiegen. Übermäßige Hitzewellen, Dürreperioden, Stürme und Überschwemmungen sind die Folgen. Der Klimawandel wird ganze Städte verschwinden lassen und soziale Katastrophen auslösen, wenn wir ihn nicht stoppen.

Ursachen: Die Abholzung von Wäldern hat zur Folge, dass weniger CO2 aufgenommen werden kann und gleichzeitig das von den abgeholzten Bäumen zuvor aufgenommene CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt. Die Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung oder die Abgase von Fahrzeugen, Flugzeugen und Schiffen haben ebenfalls einen großen Anteil am Klimawandel. Zudem sind die Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima immens. Gemäss WWF sind fast 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung auf tierische Produkte zurückzuführen. Fleisch, Käse und Butter sind in der Herstellung und Produktion viel energieaufwändiger als Obst, Gemüse oder Getreide und verursachen damit deutlich mehr CO2. Zum einen entstehen direkt durch die Viehhaltung Emissionen, vor allem Methan und Lachgas durch Rinderhaltung. Zum anderen trägt der Fleischkonsum aufgrund des hohen Bedarfs an Soja als Futtermittel zur Rodung von Urwäldern und der Zerstörung von Ökosystemen und natürlichen Ressourcen bei, was ebenfalls zum vermehrten Ausstoß von Treibhausgasen führt. Dadurch schreitet die globale Erderwärmung schneller voran. 

Lösungen: Vermehrt öffentliche Verkehrsmittel benützen oder mit dem Rad fahren, möglichst wenig fliegen und den Konsum von Fleisch- und Milchprodukten reduzieren oder auf vegetarische oder vegane Ernährung umsteigen. Morgen finden in vielen Städten der Welt erneut weltweite Klimademos statt, welche von jungen Leuten angeführt werden. Sie nennen sich Fridays for Future (https://fridaysforfuture.org, https://fridaysforfuture.de, https://fridaysforfuture.at) und brauchen unsere Unterstützung. Machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Jugend!

Der Einsatz erneuerbarer Energien benötigt eine intensivere Förderung, um der Kohle den Kampf anzusagen. Schlussendlich muss mehr Wald aufgeforstet werden, als abgeholzt wird. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten, siehe unter Klimawandel stoppen.

Unser Beitrag: Wir essen 2 mal pro Monat Fleisch und Fisch und haben unseren Konsum von Milchprodukten reduziert. Wir haben kein Auto, benützen den öffentlichen Verkehr und fliegen sehr selten. Wir kaufen unverpackte, biologische und möglichst regionale und saisonale Produkte ohne Palmöl und haben dank unserem Zero Waste Lifestyle unseren Müll um 80 Prozent reduziert (10 Liter pro Monat). Wir recyceln alles was möglich ist, lassen defekte Sachen reparieren, duschen nicht mehr täglich und füllen unsere Waschmaschine. Wir kaufen teilweise Artikel gebraucht und verkaufen und verschenken, was wir nicht mehr brauchen.

2. Wasserknappheit

Ohne Wasser existiert auf diesem Planeten kein Leben, das wissen wir. Ein massives Umweltproblem unserer Zeit existiert in Form der Wasserknappheit. Jeder Deutsche verbraucht ungefähr 120 Liter Wasser am Tag für Mahlzeiten, Körperpflege oder das Putzen. Zudem wird empfohlen, etwa 2-3 Liter Wasser täglich zu trinken. Wird zu den 120 Litern am Tag noch der Wasserverbrauch für die verzehrten Lebensmittel eingerechnet, sind es sogar 5300 Liter pro Tag.

Ursachen: Unsere Art zu leben – also die Wasserverschwendung – ist mitverantwortlich für die Wasserknappheit. Aber auch die zunehmende Vergiftung unserer Flüsse sorgt dafür, dass vielerorts bereits akute Wasserknappheit herrscht.

Lösung: Der Fakt, dass jeder Deutsche inklusive seine Lebensmittel 5300 Liter Wasser am Tag verbraucht zeigt, was wir in unserem Alltag tun können. Zum einen weniger Wasser am Hahn verbrauchen. Auch die Toilettenspülung nur mit größter Sorgfalt drücken. Der große Knopf spült alleine 5 Liter Wasser ins Abflussrohr. Täglich duschen ist nicht nötig. Wir können das Umweltproblem der Wasserknappheit sowohl im Haushalt, aber ganz besonders auch durch eine Reduktion beim Fleischkonsum lösen. Denn allein für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch werden ganze 15.415 Liter Wasser verbraucht.

Unser Beitrag: Wir haben effiziente Haushaltsgeräte, die weniger Energie und Wasser verbrauchen, duschen nur kurz und nicht mehr täglich, füllen unsere Wasch- und Spühlmaschine und essen nur 2 Mal pro Monat Fleisch.

3. Luftverschmutzung

Ursachen der Luftverschmutzung sind hauptsächlich Energiegewinnung in Wärmekraftwerken, industrielle Produktion, Energieverbrauch in Gebäuden sowie der Verkehr. Das Umweltproblem der Luftverschmutzung existiert vor allem international. Beispielsweise hat die Nigerianische Stadt Onitsha mit 594 µg / m3 die höchste Feinstaubbelastung aller Städte dieser Welt. Wer alt werden will, kann in dieser Stadt schlichtweg nicht mehr leben. Leider kennt die Luftverschmutzung keine Ländergrenzen, weshalb dieses Umweltproblem schlussendlich jeden etwas angeht. München hat von den Deutschen Städten mit 71 µg / m3 die höchste Feinstaubbelastung. Durch Luftverschmutzung starben 2015 in Europa fast eine halbe Million Menschen, weltweit sind es jährlich rund 6,5 Millionen.

Durch Feinstaub und Abgase von Industrie und Autos entstehen zum Teil erhebliche Schäden an Häusern und historischen Bauwerken. Klimawandel und Erderwärmung werden durch Treibhausgase gefördert und beschleunigt. Diese wiederum beeinflussen die Vegetation und damit den Anbau von Getreide, Gemüse und anderen Nahrungsmitteln. Schätzungen zufolge werden die Kosten für die durch Luftverschmutzung entstandenen Schäden im Jahr 2060 rund 2% des gesamteuropäischen Bruttoinlandsprodukts betragen (Quelle: EUA-Report) und werden dann das wirtschaftliche Wachstum bremsen.

Ursache:  Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Schiffe, die Industrien und auch private Haushalte stoßen Schadstoffe aus. Ausschließlich wir Menschen sind der Grund für die Existenz dieses Umweltproblems. Auch das Umweltproblem der Überbevölkerung ist eine Ursache für die verschmutzte Luft, die wir atmen.

Lösung: Zum Beispiel im Alltag, indem wir unnötige Autofahrten vermeiden, am Arbeitsplatz und Zuhause Energie sparen, richtig heizen oder unseren Sondermüll ordnungsgemäß entsorgen. Wir müssen außerdem fossile Brennstoffe mehr und mehr durch erneuerbare Energien ersetzen, wie zum Beispiel durch Solar- und Windenergie. Dann verbessert sich auch automatisch die Ökobilanz des Elektroautos. Teil der Lösung wird auch sein, das übermäßige Wachstum der Weltbevölkerung zu limitieren. Weitere Tipps und Infos über die Luftverschmutzung in Deutschland finden Sie unter  Feinstaub und Stickoxid in Deutschland

Unser Beitrag: Wir haben kein Auto und benützen den öffentlichen Verkehr. Wir sparen zuhause Energie, indem wir das Licht beim Verlassen der Zimmer ausschalten. Wir recyceln konsequent, verursachen wenig Müll und heizen unsere Räume auf 20 Grad.

4. Bodenerosion

Gut gemachtes Video zu den Gründen der Bodenerosion: https://www.swr.de/odysso/bodenerosion-wenn-der-boden-sich-vom-acker-macht/-/id=1046894/did=20436880/nid=1046894/8twryp/index.html

Eine Handvoll gesunder Boden hat mehr Organismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Durch die Organismen speichert der Boden Nährstoffe und Wasser. Auf diese Weise speichern unsere Böden mehr Kohlenstoff als alle Wälder zusammen. Nur leider wird der Boden durch menschliches Verhalten immer unfruchtbarer. Dieses Umweltproblem kann schließlich dazu führen, dass Böden nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar sind. Es wird davon ausgegangen, dass auf diese Weise jedes Jahr fast 1% der weltweiten Böden unbrauchbar werden.

Ursachen: Indem wir Felder überweiden, monokulturell landwirtschaften, zu kurze Brachezeiten nutzen oder Wälder abholzen, provozieren wir, dass Böden unfruchtbar werden. Wenn der nährstoffreiche Mutterboden (oberste Bodenschicht) zu trocken ist, wird der Boden außerdem auch zu leicht von Winden abgetragen.

Lösung: Landwirte müssen Fruchtfolgen und ideale Brachezeiten einhalten – windschützende, natürliche Hecken müssen erhalten bleiben. Dichte Wälder und Wiesen sind der ideale Schutz gegen das Umweltproblem der Bodenerosion. Zudem müssen Flüsse und Seen – bzw. das Grundwasser vor Giftstoffen geschützt werden. Politisch sollte rasch gehandelt werden, da gesunde, fruchtbare Böden essentiell für die allgemeine Ernährungssicherheit sind.

5. Überbevölkerung

Die Überbevölkerung ist kein direktes Umweltproblem – aber ein Problem für die Umwelt. Vor 100 Jahren lebten etwa 1,6 Mrd. Menschen auf der Erde. Ein halbes Jahrhundert später waren es schon, 2,5 Mrd. Und bis heute ist die Anzahl der Weltbevölkerung auf fast 8 Mrd. Menschen angestiegen. Logisch, dass dieses exponentielle Wachstum Folgen für unsere Gesellschaft und ganz besonders die Umwelt mit sich bringt. Jeder zusätzliche Bewohner hinterlässt zusätzlichen Müll, verbraucht Energie, viel Wasser und Nahrung. Um den steigenden Bedarf zu decken, wird mehr Ackerfläche benötigt, wofür Wald weichen muss, was wiederum den Klimawandel als auch das Artensterben verstärkt.

Ursache: Bessere medizinische Versorgung, schlechter Zugang zu Schulbildung für Mädchen in Entwicklungsländern, mangelnde Aufklärung, fehlende Verhütungsmethoden oder auch die hohe Sterblichkeitsrate von Kindern in armen Ländern, weshalb Frauen mehr Kinder gebären, da Kinder eine wichtige Alterssicherung sind.

Lösung: Kampagnen zur Aufklärung, Zugang zu Verhütungsmitteln, Schulbildung für Mädchen, Alphabetisierung von Frauen und Einbindung in den Arbeitsmarkt können Abhilfe schaffen. Anreize für Familien, freiwillig die Kinderzahl zu beschränken, wären ein Versuch wert.

6. Abholzung

Laut GlobalForestWatch vernichten wir jedes Jahr auf der ganzen Welt etwa 30 Millionen Hektar Wald. In Brasilien werden pro Jahr 4,52 Millionen Hektar Wald zerstört. Im Land werden Umweltgesetze aufgeweicht, die Fläche geschützter Areale reduziert und Fördermittel für den Naturschutz gestrichen. 

Die Folgen dieses Umweltproblems sind schwerwiegend: Klimawandel, Artensterben oder Bodenerosion werden durch die Rodung und Abholzung der Wälder hervorgerufen. Als Beispiel: Bäume, die CO2 gebunden haben werden abgeholzt und geben dabei das aufgenommene CO2 in die Atmosphäre ab.

Ursachen: Immer mehr Menschen haben verstanden, dass Palmöl Regenwald zerstört – und das es im Großteil der Alltagsprodukte steckt, die wir verwenden (siehe Beitrag https://madameecolo.com/2019/02/06/palmoel-ist-vermeidbar/). Die Abholzung und Rodung der Wälder ist aber ein Umweltproblem, dass auf mehr zurückzuführen ist, als nur die Palmölproduktion. Auch die Tropenholzgewinnung, der Landgewinn für Viehhaltung und Sojaplantagen oder der Abbau von Rohstoffen wie Gold, Eisenerz oder seltenen Erden für Smartphones gehören zu den größten Ursachen dieses Umweltproblems. Für die Papierproduktion wird ebenfalls viel Holz benötigt.

Lösung: Im Alltag können wir dem Umweltproblem der Abholzung der Wälder entgegenwirken. Zum Beispiel durch die Nutzung von 100 Prozent recyceltem Toilettenpapier, indem Bücher digital gelesen oder von der Bibliothek ausgeliehen werden oder einfach durch ein möglichst papierloses Büro. Der Artikel von Care Elite über die besten Tipps zum Papier sparen ist dabei sehr hilfreich. Im Allgemeinen eignet sich der Zero Waste Lebensstil ideal um die Abholzung zu reduzieren. Die Reduktion des Fleisch- und Milchprodukte Konsums ist ein guter Ansatz oder die fleischlose Ernährung, denn dann müssen Wälder nicht dem Anbau von Viehfutter weichen. Um die Abholzung schnellstmöglich und langfristig zu stoppen, muss aber ganz besonders die Politik handeln – und zum Beispiel Schutzgebiete erweitern.

Unser Beitrag: Wir benützen schon seit vielen Jahren 100 Prozent rezykliertes Toilettenpapier, haben Küchenrolle und Papiertaschentücher abgeschafft, kaufen teilweise Bücher gebraucht oder leihen sie aus, kaufen unverpackt ein und lesen die Zeitung nur noch digital. Wie schon oben erwähnt, haben wir dem Klima zuliebe unseren Fleisch- und Milchprodukte Konsum reduziert.

7. Artensterben

Kurzvideo: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2019-05/artenvielfalt-kernaussagen-welt-bericht-paris-weltbiodiversitaetsrat-artensterben

Ob Bienen durch Monokulturen, Pestizid-Einsatz und Überdüngung, Eisbären durch die globale Erderwärmung, Nashörner aufgrund ihres wertvollen Horns oder Pflanzen durch monokulturelle Landwirtschaft und Luftverschmutzung – unser Verhalten bedroht die Artenvielfalt. Das Artensterben ist ein massives Umweltproblem, das menschen gemacht ist – und auch das Umweltproblem der Überfischung gehört natürlich dazu. Die zunehmende Zerstörung des Lebensraumes ist für viele Arten tödlich. Besonders gefährdet ist der tropische Regenwald im Amazonas-Gebiet, in Zentralafrika und in Südostasien. Hier existieren schätzungsweise 70 Prozent aller tierischen und pflanzlichen Landlebewesen.

Ein Blick auf die „Rote Liste der Weltnaturschutz-Union lohnt sich: Von 90.000 Arten sind etwa 25.800 vom Aussterben bedroht. Da das ökologische Gleichgewicht hypersensibel ist, kann schon der Verlust einer Art schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben und vielen weiteren Arten die Grundlage für die eigene Existenz nehmen.

Ursache: Der Grund für das Artensterben sind der Lebensstil und die Gier des Menschen. Durch andere von uns hervorgerufenen Umweltprobleme wie Luftverschmutzung, Klimawandel, Plastikmüll im Meer, Abholzung der Wälder oder Bodenerosion (z.B. durch Monokulturen), nehmen wir Tieren ihren Lebensraum. Aber auch durch die Jagd auf seltene und bedrohte Tierarten (Elefant – Elfenbein, Haie – Flosse usw.) sind viele Tier- und auch Pflanzenarten bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.

Lösung: In unserem Alltag können wir beispielsweise einen bienenfreundlichen Garten anlegen und versuchen, möglichst emissions- und plastikfrei zu leben. Beim Einkaufen von Lebensmitteln oder Möbeln sollte auf vertrauenswürdige Labels oder Siegel geachtet werden. Es ist wichtig, Naturschutzgebiete und abgesperrte Zonen zu respektieren, damit für Pflanzen und Tiere ein ungestörter Lebensraum erhalten bleibt. Es gilt auch der Verzicht auf den Kauf von Produkten aus Elfenbein oder Mäntel aus Echtpelz, denn dadurch unterstützt man die Jagd auf bedrohte Tierarten und den illegalen Wildtierhandel. Dieser und die Wilderei im Allgemeinen müssen viel härter bestraft werden.

Unser Beitrag: Wir haben kein Auto und fahren mit dem öffentlichen Verkehr und kaufen möglichst plastikfrei und unverpackt ein. Wir achten beim Einkauf auf Nachhaltigkeit und bevorzugen Bioprodukte aus der Region.

8. Welthunger

Auch der Welthunger ist kein direktes Umweltproblem – aber es ist ein Problem für die Umwelt. Besonders viele Menschen in Afrika, Südamerika und Südost-Asien leiden an Unter- und Mangelernährung, weil ein Nahrungs- und Wassermangel besteht. Es scheint, als könnten die Mengen an produzierter Nahrung auf unserer Erde nicht ausreichen, um dem rasant steigenden Wachstum der Weltbevölkerung Stand zu halten.

Ursachen: Gemäss OXFAM sind die Gründe vielfältig:

  • Viele ländliche Bauern haben nicht genug Anbauflächen, um ihre Familien zu ernähren.
  • Viele Menschen beziehen Hungerlöhne und können sich nicht ausreichend ernähren.
  • Der Klimawandel verändert Anbau- und Erntezeiten, und immer häufiger zerstört extremes Wetter die Ernten – vor allem Dürren und Überschwemmungen.
  • Auf Millionen von Hektar Land werden Biospritpflanzen angebaut – Fläche, die auch zum Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden könnte. So werden Tanks statt Mägen gefüllt.
  • Ohne Rücksicht auf Rechte der lokalen Bevölkerung kaufen oder pachten Investoren riesige Landflächen. Durch diesen Landraub werden Hunderttausende von Grund und Boden vertrieben. 
  • Die Spekulation mit Nahrungsmitteln in der Finanzbranche macht Essen für Millionen Menschen unbezahlbar. 
  • Immer mehr Böden werden unfruchtbar – durch menschliche Einwirkung. Die fruchtbare Bodenschicht (Humusschicht) wird immer dünner; es wird schwieriger, Nahrungsmittel anzubauen. 
  • Der Anstieg des Fleischkonsums führt dazu, dass mehr Nahrung an Nutztiere verfüttert wird (z.B. Mais und Soja), anstatt den Menschen zur Verfügung zu stehen.

Der Grund für den Welthunger liegt teilweise in Verteilung der vorhandenen Lebensmittel begraben. Etwa 800 Millionen Menschen auf der Welt hungern obwohl zur selben Zeit etwa 1300 Millionen Kilogramm Lebensmittel vernichtet bzw. verschwendet werden.  Da mit jedem zusätzlichen Menschen auf diesem Planeten auch der Bedarf an Lebensmittel steigt, ist auch die Überbevölkerung eine Ursache dieses Problems für unsere Umwelt.

Lösung: Es gibt klare Ansätze, um das Problem des Welthungers zu lösen. Eine auch aus ethischer Sicht sinnvolle Lösung ist, die eigene Lebensmittelverschwendung zu reduzieren (siehe dazu https://madameecolo.com/2018/10/25/tipps-gegen-lebensmittelverschwendung/). Fair gehandelte und wenn möglich regionale Bioprodukte kaufen. Eine Reduktion des Fleisch- und Milchprodukte Konsums lässt sich leicht umsetzen. Wer weiter gehen möchte, kann auch den vegetarischen oder veganen Weg gehen. Weniger Fleisch essen ist ein Beitrag zur Reduktion der Wasserknappheit, des Klimawandels und des Welthungers. Wir müssen einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln vorleben und lernen, sie fair zu verteilen.

Unser Beitrag: Seit ich einen Wochenspeiseplan erstelle und nur das kaufe, was wir tatsächlich brauchen, schmeissen wir keine Lebensmittel mehr weg. Wir kaufen möglichst unverpackt, bio und regional ein und haben unseren Fleisch- und Milchprodukte Konsum reduziert.

9. Überfischung

Jedes Jahr werden weltweit etwa 90,9 Millionen Tonnen Fisch aus unseren Meeren gezogen. Das bleibt nicht ohne Folgen für die marinen Ökosysteme: Laut WWF sind 33,3% der Fische, die wir essen, bereits überfischt. 60% des weltweiten Fischbestandes gilt als maximal genutzt. Im Mittelmeer werden sogar 62,2% der Fischarten als überfischt eingestuft.

Das Umweltproblem der Überfischung wirbelt die Nahrungskette durcheinander und provoziert mit dem Artensterben direkt das nächste Umweltproblem. Um den hohen Fischbedarf zu decken, werden leider auch Fangmethoden angewendet, die keine Kontrolle der tatsächlich ins Netz gehenden Arten zulassen, weshalb auch Haie, Schildkröten und Delfine in den Netzen landen.

Ursachen: Die Hauptursache liegt in der zu hohen Nachfrage nach Fisch – wozu auch das hohe Wachstum der Weltbevölkerung führt. Dadurch werden Fangmethoden genutzt, die nicht nachhaltig sind – zum Beispiel das Fischen mit dem Schleppnetz. Die Politik gibt entgegen wissenschaftlichen Empfehlungen zu hohe Fangquoten vor, was ein entscheidender Grund für die Überfischung ist. Auch das Umweltproblem des Plastikmülls im Meer und die Vergiftung unserer Flüsse durch die Industrie tragen ihren Anteil zur Überfischung bzw. dem Artensterben bei.

Lösung: Ein ausgeglichenes Fischereimanagement und faire internationale Fischereiabkommen mit Drittstaaten können diesem Umweltproblem entgegenwirken. Als Konsument und Konsumentin können wir etwas gegen die Überfischung unternehmen, indem wir nur noch Fische aus nachhaltiger Fischerei bevorzugen. Erkennbar zum Beispiel am MSC-Siegel. Der WWF stellt außerdem regelmäßig aktuelle Informationen bereit, auf welche Fische man zum aktuellen Zeitpunkt lieber ganz verzichten sollte. Da zum Beispiel der Karpfen nicht überfischt ist, stellt der Kauf keine Bedrohung für das marine Ökosystem dar. Der Verzehr von Aalen sollte stattdessen aber eingeschränkt werden.

Unser Beitrag: Wir essen zwei Mal pro Monat Fisch, wobei wir auf regionalen Fang (Bretagne und Normandie) und nachhaltige Methoden achten.

10. Plastikmüll im Meer

Jede Minute wird auf unserer Erde eine LKW-Ladung Plastikmüll ins Meer gekippt. 8 Millionen Tonnen sind es pro Jahr, die direkt im Meer landen. Etwa 32 Millionen Tonnen landen einfach als Plastikmüll in der Umwelt und dann über Umwege in die Ozeane. Jedes Jahr verenden aufgrund unseres Plastikwahns 100.000 Meeressäuger und etwa 1.000.000 Seevögel. Das Problem: Plastik ist nicht biologisch abbaubar und bleibt für Jahrhunderte im Ozean. Eine Plastikflasche benötigt etwa 500 Jahre, bis sie sich zu Mikroplastik zersetzt hat. Doch jedes kleine Stückchen Plastik, dass jemals produziert wurde, ist noch auf unserem Planeten. Und genau deshalb treiben heute 5 große Müllstrudel in unseren Ozeanen, angetrieben von den Meeresströmungen.

Ursache: Schlechte Entsorgungssysteme, ein mangelhafter Bildungsstand, Bequemlichkeit und natürlich auch die nicht vorhandene Verantwortung der Unternehmen für den in Umlauf gebrachten Verpackungsmüll. Ein Pfandsystem für Plastikflaschen, wie in Deutschland, gibt es leider nur in sehr wenigen Ländern. 

Lösung: Ein plastikfreier Lebensstil ist der langfristig beste Ansatz um dieses Umweltproblem zu lösen. Denn der Verzicht auf den Kunststoff sorgt dafür, dass sich das Angebot verändert und immer mehr Produkte ohne Plastikverpackung angeboten werden. Da sich bereits Massen von Plastikmüll in der Umwelt befinden, müssen neben der Vermeidung des Plastikmülls aber auch Aufräumaktionen stattfinden.

Unser Beitrag: Wir kaufen wenn möglich bio, regional und unverpackt ein und haben unseren Restmüll und rezyklierbaren Abfall drastisch reduziert. Dank dem unverpackten Einkauf haben wir kaum noch Plastikabfälle. Plastikspielzeug wie Lego und Duplo kaufen wir teilweise gebraucht und verkaufen oder verschenken es weiter, wenn wir es nicht mehr brauchen.

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