Minimalismus – aufräumen macht Spass!

1. Was ist Minimalismus

Minimalismus ist ein Lebensstil, bei dem Sie sich von überflüssigen Dingen trennen, um freier zu sein und um sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren zu können. Der Minimalismus Lifestyle ist als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft entstanden und zeigt, dass man nicht wahllos Dinge kaufen und konsumieren sollte, ohne genau darüber nachzudenken, ob man diese Dinge wirklich benötigt. Minimalismus heißt, sein Leben aufzuräumen und Struktur zu schaffen, um Übersicht, Klarheit und Fokus auf wichtige Dinge zu erhalten. Minimalismus ist kurz gesagt die Antwort auf die Frage, welche Dinge in Ihrem Leben wirklich einen Mehrwert bedeuten. Es geht nicht nur um materielle Dinge, sondern auch um die wirklich wichtigen Dinge in Ihrem Leben.Für mich sind das Folgende:

    • Beziehungen: Meine Familie und Freunde
    • Gesundheit: Sich gesund und umweltbewusst ernähren, sich draußen bewegen und achtsam mit sich, den anderen und der Umwelt umgehen
    • Beruf/Tätigkeit: mit Leidenschaft meinen Interessen nachgehen und einen sinnvollen Beitrag für eine bessere Welt leisten

Minimalismus hat weder etwas mit Verzicht zu tun, noch damit, sich in irgendeiner Weise einzuschränken. Im Gegenteil: Wer minimalistisch lebt, lässt sich eben nicht mehr von der Vorstellung einschränken, man müsse gewisse Dinge tun, konsumieren oder besitzen.

2. Von Zero Waste zu Minimalismis

So bin ich vorgegangen:

  1. Identifizieren, was mir wichtig ist und was ich will im Leben
  2. Unser Zuhause mit meiner Familie entrümpeln; Dinge verschenken oder verkaufen, die wir nicht mehr brauchen
  3. Entrümpeln von Laptops, Smartphones, Tablets, Clouds etc.
  4. Konsequent bleiben und nichts Unnötiges anschaffen

Ich bin durch zero waste zum Minimalismus gekommen. Es hat sich ganz natürlich ergeben, ohne große Überlegungen oder Analysen. Zuerst habe ich mir Videos und Filme zu diesem Thema angeschaut. Interessant fand ich, dass die krassen Minimalisten häufig jung, männlich und single sind. Ich meine, wer will schon mit nur 64 Sachen leben, von Hotel zu Hotel tingeln und nirgendswo zuhause zu sein? Amüsant und echt clever fand ich die Aufräumtechnik der Japanerin Marie Kondo, welche mit ihren Aufräumbüchern ein Millionenpublikum erreicht hat. Sie hilft anderen Menschen mit Respekt und Achtsamkeit, ihre Wohnungen oder Häuser aufzuräumen, um Struktur und Ordnung in ihr Leben zu bringen und somit sich auf das Essentielle konzentrieren zu können. Was mit den ausrangierten Sachen allerdings passiert, wird in ihren Beiträgen nicht thematisiert. Das heißt sie fordert die Menschen nicht dazu auf, die ausrangierten Sachen zu verkaufen oder verschenken, damit sie weiter verwendet werden. Das finde ich sehr schade, weil es ein Verschleiß von Ressourcen ist.

Wir sind eine Familie, in der gemeinsam Entscheidungen getroffen werden und jede/r über sein Zimmer und seine Besitztümer entscheidet. Somit bin ich mit Achtsamkeit und Pragmatismus vorgegangen, und habe zuerst in meinem eigenen Kleiderschrank Ordnung geschaffen. Ich habe mehrfach aufgeräumt, weil ich am Anfang zu zögerlich vorgegangen bin. Ich habe immer noch zuviel Sachen, aber ich habe nun eine bessere Übersicht und das ist ein echt gutes Gefühl. Ich trage nun wieder alte Teile, weil sie einfach in meinem Schrank sichtbar geworden sind.

Dann sind wir von Schrank zu Schrank, von Zimmer zu Zimmer gegangen und haben uns gefragt, ob wir diese Dinge wirklich noch brauchen. Wir waren uns nicht immer einig, aber ich habe die anderen Meinungen immer respektiert und nichts weggegeben, was mein Mann oder Sohn noch behalten wollten. Das finde ich zentral in diesem Prozess, denn nur dann ist das Weggeben befreiend. Der mühsame Teil der Sache ist, für die ausrangierten Dinge neue Besitzer zu finden. Wir haben in der Schule meines Sohnes einen Whatsup Flohmarkt, über den ich schon viel verschenkt und verkauft habe. Ausrangierte Kleider habe ich an Bekannte verschenkt und einen Teil in die Altkleidersammlung gegeben. Gewisse Dinge haben wir an Migranten verschenkt, welche in den kalten Wintermonaten von der Strasse in öffentliche Gebäude evakuiert wurden.

Nur was mache ich mit den Sachen, die einfach keiner will? Diese Sachen werde ich in eine Kartonschachtel legen und auf den Gehsteig vor unserem Haus stellen. Vielleicht nimmt sie dann einer mit. Es gibt auch an vielen Orten Schenkkreise, soziale Einrichtungen, Geschäfte etc., welche gerne intakte Dinge entgegennehmen. Mein Ziel ist ganz im Sinne von Zero Waste, nichts wegzuwerfen was noch brauchbar ist.

Mein Computer und mein Smartphone kommen auch noch dran, das wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Frage ist natürlich, ob wir langfristig konsequent sein werden und nichts Unnötiges anschaffen werden.

3. Fazit: ein besseres Leben

Wir fühlen uns mit weniger Besitz einfach befreiter, haben nun einen besseren Überblick und mehr Platz in der Wohnung. Wir haben uns während des Aufräumens mit unserem Leben auseinandergesetzt, haben dabei freudige und schmerzvolle Erinnerungen verspürt und uns dann bewusst entschieden, einfach loszulassen. Wir freuen uns, wenn andere Menschen unsere ausrangierten Sachen weiter verwenden und sind froh, dass wir bisher nichts wegwerfen mussten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Beitrag Lust auf Veränderung gemacht habe. Starten auch Sie in ein leichteres Leben ganz nach dem Motto, weniger ist mehr! 

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen in die Kommentarspalte. Ich freue mich auf Sie.

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