Taschentücher aus Papier oder Stoff?

1. Guter Stoff für die Nase

Fieser Schnupfen und eine triefende Nase: In der kalten Jahreszeit erwischt es fast jeden von uns mindestens einmal. Oft putzen wir uns dann über Tage die Nase wund. Auch uns hat die Grippe in den vergangenen Wochen erwischt und wir haben uns ständig die Nase geputzt. Aber welches Gewebe eignet sich zum Naseputzen eigentlich besser? Stoff oder Papier? Wir haben es getestet und sind uns nicht einig!

Früher waren Taschentücher aus Stoff völlig normal, heute scheinen sie aus der Zeit gefallen. Das stimmt aber nicht ganz, denn mit der zero waste Bewegung erfreut sich das Stofftaschentuch auch bei jungen Menschen wieder wachsender Beliebtheit. Aber ist das auch tatsächlich ratsam?

2. Stofftaschentücher versus Papiertaschentücher

Das Thema lässt sich von zwei Seiten betrachten: vom Umwelt- und vom hygienischen Aspekt. Fangen wir bei der Hygiene an. Viele finden die Vorstellung eklig, mehrmals in dasselbe Stofftaschentuch zu schnäuzen. Eklig und unhygienisch ist nur, wenn man bei Schnupfen das Papier- oder Stofftaschentuch mehrmals verwendet, wodurch sich die Krankheitserreger in der Hosen- oder Jackentasche bei Feuchtigkeit und Wärme dann richtig schön gemütlich machen und sich prima vermehren können. Und beim nächsten Schnäuzen reiben wir sie uns dann wieder unter die Nase und an die Hände und geben sie so an unsere Mitmenschen weiter.

Wenn Sie hingegen das Stofftaschentuch bei Schnupfen nur einmal verwenden und es in einem speziellen Beutel versorgen, sollte es kein Problem sein.

Bei Schnupfen Papier- oder Stofftaschentücher nur einmal verwenden und dann in den Abfall bzw. zum waschen auf die Seite legen. 

Wenn im Winter die Nase läuft, es aber keine Erreger gibt, die Schnupfen auslösen, dann kann man das  Papier- oder Stofftaschentuch auch mehrmals verwenden. Allerdings müssen Stofftaschentücher regelmäßig gewaschen werden, was ja auf der Hand liegt. Die Meinungen gehen auseinander, ob sie zwingend gebügelt werden sollten, damit sie steril werden. Die hohe Temperatur des Bügeleisens tötet nämlich die Bakterien, habe ich gelesen. Wenn Ihre Mama oder Oma also ihre Stofftaschentücher gebügelt hat, war das gar nicht spießig sondern eine Hygienemaßnahme.

Zwar gibt es keine Vergleichsstudien die die Ökobilanz von Stoff- und Papiertaschentücher explizit miteinander vergleichen, aber im Prinzip läuft das wie bei Einweg-Papiertüten und Mehrweg-Baumwollbeuteln. Was den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung angeht, ist ein Zellstoff-Papiertaschentuch erst mal besser als ein neues Baumwoll-Stofftaschentuch. Bis sich das rechnet, müssen wir es oft wiederverwenden. Aber das ist ja auch Sinn und Zweck des Stofftaschentuchs.

3. Stoff ökologisch klar im Vorteil

Und wer von seinen Eltern oder Großeltern Stofftaschentücher geerbt hat oder selbst welche aus Stoffresten zusammennäht, sammelt deutlich Pluspunkte. Auch passen die Stofftücher in jede noch so volle Waschmaschine rein. Der Energieverbrauch ist für ein Tuch aus Stoff also marginal.

Für Papier hingegen werden Bäume gefällt, die Herstellung verbraucht relativ viel Wasser und Energie, außerdem verursacht Papier Müll. Einen klaren Sieger wollen wir nicht festmachen, denn es gibt mit Taschentüchern aus Recyclingpapier einen guten Kompromiss. Die gibt es im Supermarkt oder Bioläden und sie sind deutlich besser in der Umweltbilanz. Wenn Sie Taschentücher aus der Kartonbox kaufen, dann können Sie auch die Plastikverpackung bei herkömmlichen Papiertaschentüchern vermeiden. Das deutsche Umweltbundesamt empfiehlt Stofftaschentücher oder Taschentücher aus 100 Prozent Recyclingpapier. Heute stehen Recyclingtücher in der Qualität dem Frischpapier in nichts mehr nach und kratzen auch nicht mehr wie früher. Wer sich solche Papiertaschentücher kauft, der sollte aber darauf achten, dass es 100 Prozent aus Recyclingmaterial hergestellt ist.

Ich habe Stofftaschentücher (26 x 26 cm) von meiner Mutter (links im Bild) erhalten und mir welche für zuhause aus einem alten weißen Laken in der passenden Größe zurecht geschnitten (rechts im Bild) . Die sehen zwar nicht so schön aus, aber ich verwende sie ja nur zuhause. Da ich fast täglich Taschentücher verwende, war für mich dieser Wechsel von Papier- zu Stofftaschentüchern wichtig. Ich wasche sie wöchentlich in einem Wäschenetz mit der Weißwäsche bei 60 Grad. Mein Mann will von Stofftaschentüchern aus hygienischen Gründen nichts wissen und verwendet zum putzen der Nase Taschentücher aus  100 Prozent Recyclingpapier in der Kartonbox (ohne Plastik), welche ich im Bioladen gekauft habe. So sind alle zufrieden und wir leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutze unserer Umwelt.

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